Baugeschichte2019-01-08T17:39:22+00:00

Baugeschichte

Die Baugeschichte unserer Kirche an dieser Stelle geht vermutlich ungefähr auf das Jahr 1300 zurück. Davon ist nichts mehr zu erkennen, da es seitdem zahlreiche Vergrößerungen und Veränderungen gab. Das jetzige äußere Bild der mit Backstein verblendeten Kirche entstand wohl 1739. Nur der Turm wurde erst zwischen 1804 und 1807 neu gebaut und 1876 mit dem Turmhelm ergänzt.

Radfahrerkirche

Unsere Kirche ist Radfahrerkirche und damit in den Sommermonaten zuverlässig an fünf Tagen in der Woche für Besucher geöffnet. Außen stehen Bänke und Tische für Pausen bereit und die Nutzung einer Toilette ist möglich, wenn Sie die Betreuer im Kircheninnern fragen. Gottesdienste sind in der Regel sonntags um 10.30 h. Aber es gibt Ausnahmen! Gottesdienstpläne hängen aus.

Der Hallenchor

Im Innern der Kirche stoßen Sie auf den dreischiffigen Hallenchor, der im Zuge der Stadterweiterung 1585 gebaut wurde. Der hintere Teil ist älter, aber von der Ausstattung her später entstanden. Der Innenausbau des Hallenchores ist im Barockstil des 17. Jahrhunderts gehalten.

1615: In den Hallenchor wird der Fürstenlektor eingebaut. Der Landesherr sitzt nun mit seinem Hofstaat auf einer Empore über dem Volk. Der Lektor wird mit Bildern aus dem neuen Testament geschmückt, die aber seit langem nicht mehr sichtbar sind. Fotos zeigen den Erhaltungszustand der Bilder bei der letzten Überprüfung.

1642 stiftet die Schneiderinnung eine Säulenverkleidung, die in derb barocken Darstellungen die Josefsgeschichte zeigt.

Die Kanzel

Erst zwei Jahre später entsteht die Kanzel mit der Kanzelempore. Sie stammt vom Hofbildhauer des Königs Christians IV von Dänemark, Jürgen Kriebel, der auch für den letzten Erzbischof von Bremen die Kanzel im Bremer Dom geschaffen hat. Die Kanzel wird getragen von Moses mit den zehn Geboten. Jesus, seine Jünger und einige wichtige Propheten sind als Figuren geschnitzt und im Knorpelstil umkleidet. Die Verbindung der jüdischen Religion und ihre Weiterführung im Christentum wird deutlich. Auch dies ist eine bürgerliche Stiftung, die nicht der Landesherr finanzierte.

Der Altar

Den Abschluss der barocken Ausstattung im dreischiffigen Hallenchor bildete der reichlich ausgeschmückte Altar von Gebhard Jürgen Titge aus dem Jahr 1664. Er ist auch eine bürgerliche Stiftung. Die Gemälde zeigen das letzte Abendmahl, eine Kreuzigungsszene und die Himmelfahrt. Die geschnitzten Figuren zeigen Adam und Eva, einige Figuren, die Glaube, Liebe und Hoffnung repräsentieren, und reichlich Putten und Goldgeranke.

Die Emporen

In der 2.Hälfte des 17. Jahrhunderts werden die Emporen im hinteren Kirchenschiff eingebaut, der Männerlektor und der Westlektor. Der Maler Samuel Becker malt die Bilder zahlreicher Gestalten aus dem alten und dem neuen Testament. Auf dem Westlektor stand ursprünglich auch die Orgel, die erst im 18. oder Anfang des 19. Jahrhunderts durch eine zweite Etage nach oben verlagert wurde.

Die Orgel

Die erste Orgel baute 1553 Matthias Mahn. Diese wurde 1596 von Antonius Wilde auch unter Verwendung alter Pfeifen neu gebaut. Die nächste Orgel schuf 1659-1662 Hans Riege. Die heutige Orgel, die dringend renovierungsbedürftig ist, baute der berühmte Orgelbauer Dietrich Christoph Gloger 1741/42. 1916 wurden wichtige Orgelpfeifen des Prospekts zur Waffenproduktion entfernt. Bei einer Renovierung durch Furtwängler und Hammer konnten 1936 nur minderwertige Metalle eingesetzt werden. Die vollständige Instandsetzung der größten Barockorgel des Elbe-Weser-Raums wird 1,6 Millionen Euro kosten.

Mehr Informationen siehe Verein zum Erhalt der Gloger-Orgel Otterndorf e.V. 

Und noch mehr Informationen finden Sie hier

www.nomine.net/otterndorf-st-severi

www.denkmalschutz.de/denkmal/st-severi-kirche.html