Andachten zum Monatsbeginn   Tropfen bild zu den Andachten

Innehalten – Ruhe finden – Impulse mitnehmen – Gemeinschaft entdecken

Die Andachten zum Monatsbeginn finden an jedem ersten Freitag des Monats statt. Um 18 Uhr in der St.Severi Kirche. Die aktuellen Termine finden sich auf dieser Website unter Aktuelles –> Termine.  Thema ist immer ein kurzer Bibeltext, meist der jeweilige Monatsspruch. Dazu passend werden Lieder gesungen, Gebete und Psalmen gesprochen und Gedanken vorgetragen.

Ein bis zwei Wochen vorher werden die Andachten vorbereitet. Wer sich dazugesellen möchte, ist herzlich eingeladen. Nähere Informationen bei Rosemarie Krause unter Tel. 04751-5724.


Gedanken für den Monatsspruch April

von Carolin Pappe

 Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.                   Matthäus 28, 20

Heute, am 5. April, sind wir noch mitten in der Passionszeit und aus dem Monatsspruch spricht schon Ostern – Bonhoeffer predigte dazu „Das ist Osterbotschaft…Nicht der ferne, sondern der nahe Gott, das ist Ostern … Gott ist bei uns, solange es Gemeinschaft gibt.“ Der Monatsspruch soll uns aber im gesamten April begleiten – auch in der Passionszeit, auch auf dem Leidensweg Jesu, der ihn und uns an das Kreuz führt, an dem er stirbt, der uns die Ohnmacht gegenüber menschlicher Gewalt vor Augen führt.

Unser Spruch ist aus dem Matthäusevangelium, der letzte Satz in diesem und steht nach Kreuzigung, Grablegung und Auferstehung, erscheint unter der Zwischenüberschrift „Der Missionsbefehl“. Jesus spricht zu den 11 Jüngern, dass sie hingehen sollen und alle Völker lehren und taufen sollen – und endet mit den Worten „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Gerade nach der unbegreiflichen Geschichte steht dieses Wort und soll Verlassenheit und Zweifel überwinden. Es spricht zu Menschen mit Existenzängsten, es stiftet zum Hoffen an, wo alles aussichtslos erscheint – auch in unserer Welt heute.

Jesus ist da!

Dafür brauche ich Glauben und Vertrauen – und dies finde ich vielleicht auch in der Begegnung mit anderen Menschen. Oder das Wort begegnet mir in der Musik – beispielsweise im eingangs gesungenen Lied „Ich bleibe in dir“ –

Jesus ist da!

Oder in Worten –
Genau in dieser Woche las ich ein Gedicht von Bonhoeffer – in der Adventszeit 1944 im Gefängnis geschrieben:

Trost der Welt

Stern und Engel, Hirten und die Weisen

künden uns das Große, das geschah.

Und wir loben, danken und wir preisen.

Gott ist nah.

Weg von Trauer, Jammer und Beschwerde

wenden wir das schmerzliche Gesicht,

über aller Nacht der Erde

ist es Licht.

Keiner ist verlassen und verloren.

Wer das glaubt, weil seine Hand ihn hält,

der Erretter ist für uns geboren.

Trost der Welt.

Dieses Kreuz (siehe die Grafik zu dieser Andacht) hängt zu Hause bei uns an einer Wand Ich bekam es vor einigen Jahren geschenkt und nehme den Inhalt für mich immer wieder als Geschenk wahr:

Wie oft habe ich mir diese Worte sagen lassen, wie oft hat mir der Satz über schwierige Situationen hinweg geholfen – vor Entscheidungen, Prüfungen, Veränderungen.
Die meisten menschgemachten Dinge und Probleme bekommen vor dieser Zusage eine ganz andere Dimension und Wichtigkeit – sie schrumpfen und werden überwindbar.
Und egal, wie sich ein Problem entwickelt, dahinter steht für mich immer ein: Ich bin bei euch! Jesus ist da!
ein: Egal, was dir geschieht, du bleibst ein geliebtes Kind Gottes.
ein: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! aus Jesaja

Und mit dieser Zusage können wir vielleicht viel befreiter leben und uns aktiv im Heute einbringen, um andere an diesem Geschenk teilhaben zu lassen, um Gemeinschaft zu erleben – so wie Bonhoeffer sagte: „Gott ist bei uns, solange es Gemeinschaft gibt.“

Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. – Das Abschiedswort macht einen neuen Anfang, es bestärkt, unterstützt, orientiert – hoffentlich auch Sie, und nicht nur im April.