Bestattungskultur im Wandel
Delegation aus Harsefeld holt sich Informationen zur Friedhofsgestaltung

In den vergangenen Jahren hat es zahlreiche Veränderungen auf dem Friedhof der St.-Severi-Gemeinde gegeben. Entstanden ist dabei eine parkähnliche Anlage, die dem Wandel in der Bestattungskultur Rechnung trägt.

Diese Veränderungen sind auch im Umland nicht verborgen geblieben. Und so hat sich in der vergangenen Woche eine Delegation aus Politik und Verwaltung um den Harsefelder Samtgemeindebürgermeister Rainer Schlichtmann auf den Weg nach Otterndorf gemacht. Die Harsefelder wollten sich bei der Otterndorfer Kirchengemeinde als Träger des Friedhofs über zukunftsfähige Bestattungsformen informieren. Für Pastor Thorsten Niehus und Friedhofswart Uwe Blohm ein besonderes Zeichen der Wertschätzung ihrer Arbeit.

“Die Friedhofskultur befindet sich in Deutschland in einem rasanten Wandel. Anstelle von großen, pflegeintensiven Grabstellen für Erdbestattungen geht die Entwicklung hin zu Urnengräbern. Rund 75 Prozent der Angehörigen wählen mittlerweile diese Bestattungsform”, weiß Thorsten Niehus.

In diesem Wandel, verstärkt durch die Konkurrenz von Seebestattungen und sogenannten Friedwäldern, geraten die Friedhöfe verstärkt unter wirtschaftlichen Druck. Gleichzeitig sollen sie so gestaltet werden, dass sie ein gut gepflegter, würdiger Ort der Trauer sind, an dem persönlicher Angehöriger und öffentlicher Personen in wohltuender Atmosphäre gedacht werden kann, so die Forderungen der Bevölkerung.

Im Unterschied zur Samtgemeinde Land Hadeln finanziert die Samtgemeinde Harsefeld, wie viele andere Kommunen, die Pflege der Friedhöfe nicht nur aus Begräbnisgebühren, sondern auch mit einem kommunalen Zuschuss in Höhe von 25 bis 30 Prozent. So kann den Kosten, die ein Friedhof gegenüber etwa einer Seebestattung zusätzlich hat, angemessen begegnet werden. Für die Delegation aus Harsefeld waren besonders die Otterndorfer Gemeinschaftsgrabanlagen als pflegefreie Urnengräber interessant. Im Gegensatz etwa zu den herkömmlichen Rasengräbern bieten sie ein abwechslungsreiches Bild bunt blühender Stauden, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern gleichzeitig auch noch den Bienen reichlich Nahrung bieten. ts  –> s.a. Beerdigung

Samtgemeindebürgermeister Rainer Schlichtmann (3.v.l.) und Vertreter aus Politik und Verwaltung der Samtgemeinde Harsefeld informieren sich bei Friedhofswart Uwe Blohm (2. v.r.) über den Otterndorfer Weg zu einer zukunftsfähigen Friedhofskultur. Foto: Niehus