Der Komponist Josef Bohuslav Foerster

Ausstellung:
Die Ausstellung “Josef Bohuslav Foerster” in der St. Severi-Kirche Otterndorf findet in Zusammenarbeit mit der Josef Bohuslav Foerster – Gesellschaft e. V. statt, die in diesem Jahr das 100.- Jubiläum ihrer Entstehung 1919 in Prag feiert. Die Autorin der Ausstellung ist die tschechische Mezzosopranistin Olga Cerná.
Der in Hamburg ansässige tschechische Komponist Josef Bohuslav Foerster (über die Zeit und Gründe können die Besucher der 14-teiligen Ausstellung detailliert mehr erfahren) begleitete seinen Gast und älteren Freund aus Prag Antonín Dvorák – dieser war vor ihm als Organist Ende des 19. Jahrhunderts an der berühmten St. Adalbert-Kirche in Prag angestellt – von Hamburg nach Cuxhaven mit der damals gerade neu gebauten Bahn, als der Komponist der “Aus der Neuen Welt”-Sinfonie, Antonín Dvo?ák, seine Schiffsreise nach Amerika unternahm. Insofern ist die Ausstellung mit dem Eröffnungskonzert auch als eine symbolische “Rückkehr an die Elbe” von den beiden böhmischen Komponisten gedacht.
Die Ausstellung ist Montag – Samstag 10 – 12 Uhr  und  15 – 17 Uhr und Sonntag unmittelbar nach dem Gottesdienst in der St. Severi-Kirche zu besuchen.

Die Mezzosopranistin Olga Cerná

Eröffnungskonzert:
Am Sonnabend, 15. Juni 2019, findet um 19.30 Uhr im Rahmen des “17. Otterndorfer Musik- und Orgelsommers” in der St. Severi-Kirche Otterndorf ein Konzert statt zur Eröffnung der zweiwöchigen Ausstellung zu dem tschechischen Komponisten Josef Bohuslav Foerster, für den auch Hamburg zehn Jahre lang eine Wahlheimat war.
Es erklingen bei freiem Eintritt das “Stabat mater”op. 56 von Josef Bohuslav Foerster und die Messe D-Dur op. 86 von Antonín Dvorák, dargeboten von der Kantorei Land Hadeln, dem Chor St. Severi Otterndorf und Solisten. Den Orgelpart übernimmt Anna Scholl aus Altenbruch, die Leitung hat Kai Rudl.
Die Komponisten Josef Bohuslav Foerster und Antonín Dvorák” verbindet mehr als nur die tschechische Herkunft. Beide Musiker haben ein reichhaltiges und vielseitiges musikalisches Werk hinterlassen. Foersters „Stabat mater“ wurde 1891/2 unter dem Eindruck der Erinnerung an die verstorbene Schwester Marie komponiert. Dvoráks Messe D-Dur, genannt “Lužanská”, ist ein Auftragswerk des Architekten und Mäzen Josef Hlávka. Sie ist geprägt von sehr eingängiger Melodik und entstand zur Einweihung der neuen Kapelle im Schloss Luschan (in der Nähe von Pilsen). Uraufgeführt wurde sie am 11.9. 1887 unter der Leitung des Komponisten. Die Solisten waren Zdenka Hlávková-Sopran, Anna Dvoráková-Alt, Rudolf Huml-Tenor, Otakar Schwenda-Bass sowie der Organist Josef Klicka.
Beide Werke ertönen in Otterndorf in ihrer Fassung für Orgel, gemischten Chor und Solisten. Weniger bekannt ist, dass die Orchesterfassung des Stabat mater von Foerster erst im Jahr 1908 in Wien entstanden ist. Die Uraufführung dieser Fassung unter der Leitung von Karel Kovarovic fand am 5.4. 1908 im Nationaltheater in Prag statt. Ähnlich war es auch auch bei der Dvorák-Messe in D-Dur, sie wurde erst später in London orchestriert und dort am 11.3. 1893 aufgeführt.

Abschlusskonzert:
Am Sonntag, 30. Juni 2019, findet um 19.30 Uhr in der St. Severi-Kirche Otterndorf bei freiem Eintritt das Abschlusskonzert zu der zweiwöchigen Komponisten-Ausstellung zu Josef Bohuslav Foerster statt. Die Mezzosopranistin Olga Cerná, auch Autorin der Foerster-Ausstellung, bringt gemeinsam mit dem Organisten Kai Rudl Werke des Ausstellungskomponisten und aus seinem musikalischem Umfeld zu Gehör. Darunter sind Psalmvertonungen sowie die Orgelfantasie C-Dur von Josef Bohuslav Foerster. Foersters tiefe Gläubigkeit und Nähe zu anderen von ihm geschätzten befreundeten Musikkollegen spiegelt sich in seinen Werken wider. Foersters Frau, die anerkannte Sängerin Berta Foerster-Lauterer, gehörte an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert zum Ensemble der Hamburger Oper unter der Leitung von Gustav Mahler. Sie sang sowohl Opernpartien als auch Lieder. Eines ihrer Lieblingslieder erklingt ebenfalls im Konzert am 30. Juni – es ist “Lasst mich allein”, ein Lied aus Antonín Dvoráks Vier Liedern auf Texte von Otilie Malybrok-Stieler (1887/88). Weiterhin erklingen Orgelmusiken von Johannes Brahms (dem Foerster während seiner Zeit in Hamburg begegnet ist) sowie von Antonín Dvorák und Josef Klicka, die wie Josef Bohuslav Foerster allesamt auch am Prager Konservatorium wirkten.
Kai Rudl